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2010 Weiterentwicklung PV

Unser Pastoralverbund wird bis 2012 noch größer!Am 4. Januar 2010 hat unser Erzbischof Hans-Josef Becker nach einem sorgfältigen Konsultationsprozess mit den betroffenen Gremien in einem Diözesangesetz die neuen „pastoralen Räume“ festgelegt. Danach werden wir spätestens bis 2012 zusammen mit Lütgendortmund, Marten und Oespel-Kley zu einem neuen Pastoralverbund mit etwa 17 000 Mitgliedern zusammengefasst. Der Pastoralverbundsleiter wird seinen Sitz in St. Magdalena in Lütgendortmund haben.Die Zusammenarbeit der jetzt fünf Gemeinden Heilige Familie, St. Laurentius, Christus unser Friede, St. Magdalena und Herz-Jesu begann etwas „holprig“, denn ein erstes Treffen wurde von den Vertretern aus Marten und Oespel-Kley – außer Pater Anthony- kurzfristig abgesagt, aber im November findet bestimmt die erste Begegnung statt.Hauptgrund für das Zusammenlegen von Pfarreien ist neben dem Rückgang der Zahl der Katholiken natürlich der Priestermangel. Unser Erzbischof geht von der Vorstellung aus, dass eine Pfarrei nur durch einen Priester geleitet werden kann, aber nicht z.B. durch einen Pastoralreferenten oder eine Pastoralreferentin. Je weniger Priester es gibt, desto größer müssen demnach die „Pastoralen Räume“ werden. Diese Entwicklung ist aber sehr problematisch.Dies ist auch ein Thema des neu erschienenen, sehr lesenswerten Buches „Paulus: Lieber Bruder Benedikt“ (Patmos-Verlag, Mannheim 2010). Darin schreibt der „Apostel Paulus“ „himmlische“, wohlgemeinte Anregungen an unseren Papst Benedikt in Form der Paulus-Briefe im Neuen Testament. Ein Brief befasst sich auch mit der Zusammenlegung von Pfarreien. „Paulus“ beschreibt zunächst, dass seine Gemeinden, die er gegründet hat, immer eine überschaubare Größe hatten. Sie waren ein Gefüge aus Beziehungen und Begegnungen, eine Gemeinschaft, die wegen des dichten Beziehungsgeflechts eine Ausstrahlung hatte, von der sich andere angezogen fühlten. So entstand und lebte zu seiner Zeit Kirche (S. 64). Dann schreibt „Paulus“ weiter: „Lieber Bruder Benedikt! …Jetzt schaue ich auf Deine Zeit und dabei…besonders auf Deine deutsche Kirche. …Es gibt keine Ortsgemein-den mehr, die zu meiner Zeit ebenfalls überschaubare Größen waren. Vielmehr trifft man auf riesige Pfarrstrukturen, unübersichtliche Gemeinden mit einer unvorstellbar hohen Zahl an Mitgliedern. Und als ob das nicht bereits genug wäre: Diese Gemeindegrößen reichen Euch wohl noch nicht, es gibt Zusammenlegungen und Fusionen, Seelsorgebereiche, pastorale Räume und wie die Wortschöpfungen für diese Großgebilde noch lauten mögen, die von einem für mich untragbaren und unver-antwortlichem Kirchenaufbau zeugen. Wie können bei Euch Christen in Gemeinden von manchmal 15000 - 20000 Menschen Gemeinschaft von attraktiver Ausstrahlung pflegen? Wie kann ein Beziehungsnetz aufgebaut werden, wenn solche Gemeindegrößen jedes menschliche Maß bei weitem übersteigen? … Sind Eure Kirchen nicht zuletzt deshalb zunehmend leer, weil die Menschen in Euren Riesengemeinden ihre Heimat verloren haben?Ich weiß, dass Du jetzt sagen wirst: Wir können doch gar nicht anders, denn uns fehlen die Priester als Gemeindeleiter. Und je weniger Gemeindeleiter wir haben, desto weniger Gemeinden können bestehen. Lieber Benedikt, seid Ihr in Eurer Zeit eigentlich noch gescheit? Was muss denn Vorrang haben – die Gemeinden, in denen Christen zusammenkommen, Umgang miteinander haben, das Herrenmahl [Eucharistie] feiern und Geschwisterlichkeit pflegen können? Oder die Festlegung auf eine hierarchische und durch Voraussetzungen wie Mann und Zölibat äußerst eingeschränkte Leitung? Es ist doch augenscheinlich so, dass es in Deiner Zeit eben nicht genug Männer gibt, die diese Voraussetzungen erfüllen oder erfüllen wollen. Das wäre zu meiner Zeit nicht anders gewesen.“ (S. 65-66)Soweit die Mahnung des „Apostel Paulus“. Da wir an dem neuen riesigen Pastoralverbund nichts ändern können und der Pflichtzölibat nicht kurz-fristig abgeschafft wird, sollten wir uns in unserer Herz-Jesu-Gemeinde auf unsere eigenen, vielfältigen Begabungen und Fähigkeiten (auch Charismen genannt) besinnen, um zu erreichen, dass Kirche dort ist, wo die Menschen in Bövinghausen sind. Wir werden umdenken und uns umstellen müssen und Aufgaben, die bisher unser Pfarrer Kulik wahrgenommen hat, teilweise selbst übernehmen müssen: z.B. könnte die Kommunion von Kommunion-helfern zu den Kranken gebracht werden, an Sonntagen müssten wir manchmal in unserer Kirche einen Wortgottesdienst statt einer heiligen Messe feiern oder Beerdigungsfeiern und Trauerbegleitung könnten von entsprechend ausgebildeten Laien übernommen werden. Aber, wenn Laien so viel Verantwortung in ihrer Kirchengemeinde über-nehmen, dann müssen sie auch die entsprechenden Mitspracherechte bekommen und dürfen von Priestern und Bischöfen nicht länger bevor-mundet werden. Wer nicht mitentscheiden kann, der engagiert sich nicht! Andererseits darf die oder der Ehrenamtliche auch nicht überfordert und überlastet werden, denn schließlich sind da noch Beruf und Familie.Das sieht unser Erzbischof ähnlich, denn er schreibt am 4.1.2010 im „Amtsblatt“, dass es ihm ein „Herzensanliegen“ sei, die Berufung aller Getauften mit ihren unterschiedlichen Charismen bei der Erneuerung der Pastoralarbeit zu fördern, denn auch in den großen pastoralen Räume kann Seelsorge nur gelingen, wenn sie den Menschen nahe ist.Ehrenamtliche Laien können aber keine „Lückenbüßer“ für fehlende Priester sein. Im Gegenteil, Kernstücke unserer Kirche und Kristallisa-tionspunkte unseres Glaubens sind nicht Priester und Bischöfe für sich, sondern die Gemeinden, die Gemeinschaften, in denen sich Gläubige treffen, zusammen Gottesdienst feiern, sich z.B. sozial engagieren oder auf andere Weise ihren Glauben leben. Diese Gemeinden haben dem Bischof gegenüber Anspruch auf Leitung und die Feier des Herrenmahls, wie Paulus schreibt. Wenn die Bischöfe zu ihren Bedingungen „Mann und Zölibat“ nicht genügend Gemeindeleiter finden, dann sollten sie über diese nicht biblisch begründeten Voraussetzungen nachdenken, damit auch in Zukunft die Botschaft des schönen Adventslieds gültig bleibt: „Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil“. Michael Lippa









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